hr-iNFO: Politik-Berater Stefan Mannes über die Europawahl und die Direktwahl des Kommissionspräsidenten
Interview mit dem Hessischen Rundfunk über die Bedeutung der Direktwahl des Kommissionspräsidenten
Der Hessische Rundfunk befragte kakoii Geschäftsführer und Politik-Berater Stefan Mannes zur aktuellen Situation und der Frage wie es gelingen kann die Bürger besser in den politischen Prozess zu integrieren.
Am 25. Mai ist Europawahl. Die Wahlbeteiligung in Deutschland ist seit langem niedrig. Das Institutionengefüge der Europäischen Union ist selbst für Interessierte nur schwer zu durchschauen. Das könnte sich dieses Jahr ändern. Denn es gibt nicht nur das viel diskutierte Fallen der 3%-Hürde, sondern erstmalig gibt es Direktkandidaten für den Kommissionspräsidenten.
Basierend auf der Einstiegsfrage wie die neuen Rahmenbedingungen das Verhalten der Wähler ändern und wie die Parteien am besten beraten wären bezüglich ihrer Wahlkampfstrategie nahm Stefan Mannes Stellung:
Der Kommissionspräsident der Europäischen Union
Der Kommissionspräsident der Europäischen Union (EU) spielt eine zentrale Rolle in der EU-Politik und -Verwaltung. Diese Position ist vergleichbar mit der eines Regierungschefs auf EU-Ebene und hat entscheidenden Einfluss auf die politische Ausrichtung und Entscheidungsfindung innerhalb der Union. Der Präsident wird vom Europäischen Rat nominiert und muss vom Europäischen Parlament bestätigt werden, was die demokratische Legitimität dieser Rolle unterstreicht.
Die Hauptaufgaben des Kommissionspräsidenten umfassen die Festlegung der politischen Agenda der Kommission, die Führung der Kommissionsarbeit und die Repräsentation der EU auf internationaler Ebene. Er oder sie sorgt für die Umsetzung der EU-Verträge und das Funktionieren des Binnenmarktes, überwacht die Einhaltung des EU-Rechts und initiiert neue Gesetzesvorschläge. Der Präsident hat auch eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der EU-Außenpolitik und bei der Vertretung der Union in diplomatischen Angelegenheiten.
Die Position verlangt ein hohes Maß an politischem Geschick, da der Präsident eng mit anderen EU-Institutionen zusammenarbeitet, insbesondere mit dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament, um einen Konsens über die politische Ausrichtung der Union zu erreichen. Die Führungskraft muss auch die verschiedenen Interessen der EU-Mitgliedstaaten ausbalancieren und dabei die übergeordneten Ziele der EU fördern.