Vorsicht! Frisch gestrichen. Die brand eins über Alpina
Der Farbenhersteller Alpina wollte seine Marke aufhübschen. Herausgekommen ist eine Kernsanierung. Weil zwei Werber ihren Auftrag ernst nahmen.
Ein heißer Tag in Moskau. Die Agenturgründer Thekla Heineke und Stefan Mannes stehen in einem riesigen Baumarkt, beobachten, wie sich eine modisch gekleidete Frau einem Regal nähert, das vollgestopft ist mit Farbeimern verschiedener Marken. Sie sehen, wie die Frau beginnt, die Eimer genauer zu betrachten, sie liest sogar das Kleingedruckte. Irgendwann zieht sie einen Block aus der Handtasche, um sich Notizen zu machen. Nach einer guten Stunde eilt sie von dannen, ohne etwas zu kaufen. Das war im August 2011. „In diesem Moment“, sagt Thekla Heineke, „verstanden wir, was wir zu tun hatten.“
Allerdings wussten sie noch nicht, ob man sie überhaupt ließe. Sie waren lediglich zur Teilnahme an einem Pitch eingeladen, zu einem Wettbewerb also, bei dem mehrere Agenturen um einen Auftrag konkurrieren. Konkret ging es um einen Relaunch der deutschen Traditionsmarke Alpina in mehreren europäischen Ländern. Das klingt nach neuer Kampagne und überarbeitetem Verpackungsdesign. Der Fall aber macht deutlich, dass Werbung mehr ist als Oberflächenkosmetik. Dass sich mit einer Marke oft gleich das ganze Unternehmen verändern muss. Warum Haltung nur dann funktioniert, wenn sie zur Marke gehört, beschreibt auch der Artikel zu Purpose Brands.
Weiter geht’s hier in der Ausgabe der brand eins.
Stefan Mannes ist Geschäftsführer der Berliner Kommunikationsagentur kakoii und berät Unternehmen in Strategie, Marke und Kommunikation. Mehr zu seiner Arbeit im Bereich Wissenschaft, DeepTech & Innovation und Fractional CMO. Wer das Gespräch sucht, ist willkommen: Kontakt.