Harvard Studie zu AI zeigt: Es ist vorbei für Berufseinsteiger

Harvard-Studie zeigt: KI lässt Juniorjobs verschwinden. Was das für Agenturen, Marketing-Karrieren und Ausbildung der nächsten Seniors bedeutet.

Eine Studie mit 285,000 Firmen zeigt klar, dass seit dem Aufkommen von LLM KI die Nachfrage nach Juniors rasant wegbricht. Stattdessen suchen die Firmen nur noch nach Seniors, die dann dank KI den selben Output liefern, als hätten sie mehrere Juniors unter sich – nur eben zu einem Bruchteil der Kosten.

Das macht es amtlich, was wir in unserer Agentur längst spüren: Die Einsteigerjobs verschwinden. Und ja, wir sind Teil des Problems.

DER STILLE TOD DER KARRIERELEITER
Vor zwei Jahren haben wir die Praktikumsplätze abgeschafft. Logos freistellen, Präsentationen formatieren, Stockfotos suchen – alles Tasks, die KI jetzt in Sekunden erledigt. Ein Jahr später traf es die Junior-Positionen. Unsere Seniors machen deren Arbeit jetzt einfach mit. Nebenbei. Mit ChatGPT und Midjourney.

Die Harvard-Forscher nennen das „Seniority-Biased Technological Change“. Ich nenne es: Die Karriereleiter hat keine unteren Sprossen mehr. Wir klettern alle auf einer Strickleiter, bei der jemand von unten die Seile durchschneidet.

DIE ERFAHRUNGS-EXPLOSION
Ein erfahrener Designer mit 10 Jahren Berufserfahrung ist heute mit KI nicht nur produktiver. Er ist eine komplette Kreativabteilung. Er kennt die Fallstricke, weiß was Kunden wirklich wollen, kann zwischen den Zeilen lesen – und lässt dann die KI die „Drecksarbeit“ machen. Das Ergebnis? Ein Senior ersetzt heute drei Junioren. Morgen werden es fünf sein. Übermorgen zehn.

Die Studie bestätigt unsere Realität: Unternehmen mit KI-Integration reduzierten Junior-Einstellungen drastisch, während Senior-Positionen weiter wuchsen. Bei uns ist jeder Senior zum „AI Integrator“ geworden – ohne dass wir es so nennen.

DER KANNIBALISIERUNGS-KREISLAUF
Hier kommt der Haken: Woher kommen in zehn Jahren die Seniors, wenn wir heute keine Junioren mehr ausbilden?

Wir erschaffen gerade eine Arbeitswelt, in der Berufserfahrung unbezahlbar wird – wörtlich. Denn ohne die Jahre des Scheiterns, des Lernens, des langsamen Wachsens fehlt genau das, was KI nicht ersetzen kann: Das intuitive Verständnis dafür, warum eine Kampagne floppen wird. Das Bauchgefühl bei der Kundenpräsentation. Die Fähigkeit, aus einem vagen Briefing Gold zu machen.

Und das ist erst der Anfang. Die Konzentration von Arbeit auf immer weniger, immer erfahrenere Köpfe beschleunigt sich exponentiell. Mit GPT-5 wird ein Senior vielleicht zehn Junioren ersetzen. Mit GPT-6? Wer weiß.

Die bittere Ironie: Wir Etablierten profitieren gerade massiv von einer Technologie, die der nächsten Generation den Einstieg verwehrt. Wir ziehen die Leiter hoch, auf der wir selbst nach oben geklettert sind.

Was tun? Keine Ahnung. Aber wenn wir so weitermachen, wird „Senior Designer“ bald so selten und teuer wie ein Handwerksmeister. Nur dass niemand mehr weiß, wie man einer wird.

Hier geht es zur Studie.

  • 24. Februar 2026