Der Tagesspiegel: Politikberater Stefan Mannes über die Parteienwerbung zum Volksentscheid zum Tempelhofer Feld
SPD und CDU haben ihre Kampagnen zum Volksentscheid vorgestellt
Es klingt komisch, wollen doch beide das Gleiche: Der SPD-Landeschef Jan Stöß und der Generalsekretär der CDU, Kai Wegner, stellen ihre Plakatkampagnen zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten des Tempelhofer Feldes vor. Immerhin haben sie sich abgesprochen bei dem, was sie demnächst den Berlinern präsentieren wollen. Denn die Koalitionäre haben ein gemeinsames Ziel: eine Randbebauung des Parkareals zu ermöglichen. (…)
Stefan Mannes von der Werbeagentur Kakoii in Berlin analysiert kurz und knapp beide Kampagnen: „Die SPD macht eine abstrakte Negativkampagne, Stillstand sagt mir nichts. Die CDU präsentiert kein Kunstwerk, aber man versteht wenigstens ihr Anliegen.“ (…) Hier geht es zum vollständigen Artikel
Nachtrag: Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld in Berlin im Jahr 2014 war eine Bürgerabstimmung über die Zukunft des Tempelhofer Feldes, dem ehemaligen Gelände des Flughafens Berlin-Tempelhof. Die zentrale Frage war, ob auf Teilen des Geländes Neubauten, einschließlich Wohnungen, einer Bibliothek und weiterer Infrastruktur, errichtet werden sollen oder ob das Feld in seiner damaligen Form als große, offene Freifläche für die Öffentlichkeit erhalten bleiben soll.
Die Initiative zum Erhalt des Tempelhofer Feldes als Freifläche wurde von einer Bürgerinitiative vorangetrieben, die sich gegen die vom Berliner Senat geplanten Bauprojekte aussprach. Die Bürgerinitiative forderte, das Feld in seiner bestehenden Form als Ort für Erholung, Sport und Freizeitaktivitäten für die Berliner Bevölkerung zu bewahren. Wie sich Bürgerbeteiligung und politische Kommunikation dabei ergänzen, beschreibt der Grundlagenartikel.
Am Tag des Volksentscheids, dem 25. Mai 2014, stimmten die Berlinerinnen und Berliner über das Thema ab. Eine Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich gegen die Bebauungspläne des Senats aus und für den Erhalt des Tempelhofer Feldes als offene Freifläche. Das Ergebnis des Volksentscheids war somit ein Sieg für die Bürgerinitiative und führte dazu, dass das Tempelhofer Feld nicht bebaut wurde und als große Grünfläche in der Mitte Berlins erhalten blieb. Was erfolgreiche Kampagnenkommunikation ausmacht, zeigte sich hier besonders deutlich: Die Bürgerinitiative gewann mit einem klaren Narrativ gegen die Ressourcenüberlegenheit der Koalitionsparteien.
Stefan Mannes ist Geschäftsführer der Berliner Kommunikationsagentur kakoii und berät politische Akteure, Parteien und Organisationen in Wahlkommunikation und politischer Kommunikation. Mehr zu seiner Arbeit im Bereich Politikberatung & Public Affairs und Wahlkommunikation. Wer das Gespräch sucht, ist willkommen: Kontakt.