Wahlkampagne für das Erzbistum Berlin

Wahlkampagne für das Erzbistum Berlin gestartet

In den letzten Wochen habe ich ein Projekt geleitet, das zwei Linien meiner Arbeit zusammenführt: politische Kommunikation und Kirche. Für das Erzbistum Berlin durfte ich die Kampagne zur Gremienwahl 2026 konzipieren und in der Umsetzung steuern.

Ich bin Politologe. Ich habe über viele Jahre Wahlkämpfe, Beteiligungsprozesse und Kommunikationsprojekte im politischen und zivilgesellschaftlichen Raum begleitet, oft dort, wo Vertrauen knapp ist und Erwartungen hoch sind. Wer Wahlen versteht, versteht nicht nur Botschaften, sondern auch Legitimation, Repräsentation und die Frage, wie Institutionen Anschlussfähigkeit herstellen.

Kirchliche Wahlen sind keine Produktkampagne. Es geht nicht um Lautstärke oder schnelle Effekte. Es geht um Mitbestimmung, Glaubwürdigkeit und Verantwortung in einem sensiblen institutionellen Kontext. Genau deshalb haben wir die Kampagne zweistufig aufgebaut.

In der ersten Phase, die jetzt sichtbar ist, stehen bewusst die Kandidatinnen und Kandidaten im Mittelpunkt. Ihre Motivation, ihre Haltung, ihr persönliches Warum. Es geht darum, Menschen sichtbar zu machen und Identifikation zu ermöglichen, bevor überhaupt mobilisiert wird. Nähe statt Parolen. Vertrauen statt Vereinfachung.

Die zweite Phase folgt später und ist klassischer angelegt. Dann kommt der konkrete Wahlaufruf an die Kirchenmitglieder. Erst Beziehung, dann Beteiligung. Diese Dramaturgie ist strategisch und folgt einer einfachen Logik politischer Kommunikation: Aktivierung gelingt besser, wenn vorher Resonanz da ist.

An diesem Projekt hat mich besonders gereizt, wie viel feines Handwerk in vermeintlich einfachen Motiven steckt. Die richtigen Töne finden, Ambivalenzen aushalten, Klarheit schaffen, ohne zu verkürzen. Kommunikation kann Räume öffnen, in denen Menschen sich wieder als Teil eines Ganzen erleben und Verantwortung übernehmen wollen.

Wer sich die Kampagne anschauen will, findet sie hier.

  • 25. Februar 2026