Gesellschaftliche Kampagnen haben kein Wahlergebnis, das sie beendet. Sie haben einen Meinungsbildungsprozess, den sie beeinflussen wollen, und oft eine rechtliche oder politische Schwelle, die sie überschreiten müssen. Die eigentliche Herausforderung ist dabei selten die Kommunikation mit den Überzeugten. Die Grundlagen der Kampagnenkommunikation beschreiben diese Mechanismen ausführlicher.
Mehrheiten gewinnt man nicht in der eigenen Bubble. Man gewinnt sie bei denen, die noch zögern.
Wie das gelingt, haben zwei Kampagnen gezeigt, an denen ich mitgearbeitet habe: Das bayerische Volksbegehren „Rettet die Bienen“ gilt als das erfolgreichste Volksbegehren der Bundesrepublik. Die Berliner Kirchenkampagne Pro Reli war eine der intensivsten gesellschaftlichen Debatten der letzten Jahre. Beide mussten Koalitionen mobilisieren, die weit über die eigene Trägerbasis hinausgingen – mit den richtigen Botschaften, den richtigen Formaten, zum richtigen Zeitpunkt. Für Träger wie die Caritas und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung habe ich öffentlichkeitswirksame Aktionen verantwortet, die Themen wie Armut in Deutschland und frühkindliche Bildung in die politische Debatte eingebracht haben.