Bürgerbeteiligung scheitert meistens nicht am fehlenden Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Sie scheitert an Prozessen, die Beteiligung simulieren, ohne sie zu ermöglichen. Wer Menschen in einen Planungs- oder Entscheidungsprozess einbezieht, muss bereit sein, das Ergebnis ernst zu nehmen. Sonst entsteht kein Vertrauen, sondern Frustration. Und Frustration bleibt länger als jede Kampagne.
Bürgerbeteiligung braucht Kommunikation, die auf zwei Ebenen gleichzeitig funktioniert: Sie muss die lokale Politik überzeugen und die Bürgerinnen und Bürger erreichen.
Beide Ebenen haben unterschiedliche Erwartungen, unterschiedliche Sprachen und unterschiedliche Kriterien dafür, ob ein Prozess legitim ist. Wer das nicht ernst nimmt, verliert beide. Die Grundlagen der Bürgerbeteiligung beschreiben diese Mechanismen ausführlicher.
Wie das praktisch aussieht, zeigt ein großes öffentliches Stadtentwicklungsvorhaben in Berlin, dessen Kommunikation ich in meiner Zeit als Geschäftsführer der Berliner Agentur kakoii verantwortet habe. Solche Mandate unterliegen meist der Vertraulichkeit, weshalb ich sie öffentlich nicht namentlich nenne. Beschreiben lässt sich aber gut, worum es ging: ein Vorhaben, das sich an die lokale Politik richtet, aber auch Bürgerinnen und Bürger einbezieht – über Ausstellungen, Informationsmärkte und Beteiligungsformate. Ein Paradebeispiel für einen Prozess, bei dem Kommunikation nicht nachgelagert, sondern strukturgebend ist.