Politische Kommunikation steht heute in einer doppelten Lage. KI ist im Werkzeugkasten angekommen – in der Recherche, in der Antragsprosa, in der Medienanalyse, in der Kampagnen- und Wahlkampfvorbereitung. Und KI ist gleichzeitig zur Bedrohung geworden – durch Deepfakes, durch synthetische Astroturfing-Kampagnen, durch maschinell erzeugte Bürgereingaben, die echte Beteiligung zu verschlucken drohen.
Wer in diesem Umfeld berät, kämpft an zwei Fronten gleichzeitig: KI sinnvoll einsetzen, ohne in den Verdacht der Manipulation zu geraten. Und die Manipulationsrisiken erkennen, bevor sie zur eigenen Kampagne, zur eigenen Beteiligung, zum eigenen Mandat zurückschlagen.
Gleichzeitig sind die Aufgaben in Public Affairs, Wahlkommunikation, Bürgerbeteiligung und Verbandsarbeit oft genau die, in denen KI spürbar entlastet: Stakeholder-Mapping, Argumentationssammlung, Briefing- und Positionspapiere, Medien-Monitoring, Reden- und Stellungnahmenentwürfe, Auswertung von Beteiligungsverfahren, Antragsrecherche. Wer das auslässt, lässt Tempo liegen, das im politischen Wettbewerb über Erfolg entscheidet.
Die Frage ist nicht, ob KI in der politischen Kommunikation eine Rolle spielt. Die Frage ist, welche Aufgaben sich dafür eignen, welche Tools verantwortbar sind, und wie sich KI-Einsatz mit den ethischen Anforderungen des Berufs vereinbaren lässt. Mein Beratungsansatz beruht auf vier Ebenen, die zusammen gehören: Aufgaben, Prozesse, Organisationen, Menschen. Das Vier-Ebenen-Framework, mit dem ich arbeite, beschreibe ich in den Grundlagen zu KI in Organisationen.