Eine Advocacy-Kampagne ist keine Werbekampagne. Sie will keine Kaufentscheidung auslösen, sondern eine gesellschaftliche Haltung verschieben, politischen Druck erzeugen oder Aufmerksamkeit für ein Thema herstellen, das zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Das ist eine andere Aufgabe, mit anderen Mitteln und anderen Erfolgskriterien. Die beschreiben diese Mechanismen ausführlicher.
Die größte Herausforderung ist dabei nicht die eigene Anhängerschaft, sondern das Publikum, das noch nicht überzeugt ist: Menschen, die das Thema für weniger dringlich halten, die konkurrierende Anliegen priorisieren oder die schlicht nicht wissen, dass es dieses Thema gibt.
Für dieses Publikum muss Kommunikation gemacht werden, nicht für die, die sowieso schon nicken. Für die Caritas habe ich öffentlichkeitswirksame Aktionen zum Thema Armut in Deutschland verantwortet, für die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zum Thema frühkindliche Bildung, für Unicef Awarenesskampagnen zum Weltaidstag und zur Solidarität mit dem Sudan. Was alle diese Kampagnen verbindet: ein Thema, das gesellschaftlich relevant ist, aber keine automatische Aufmerksamkeit erzeugt, und die Aufgabe, diese Aufmerksamkeit herzustellen.